UFO - Berichte



Interessante Sichtung über Heidelberg


Am 30.6.1997 erreichte uns ein Anruf über unsere Tel.-Hotline (0671/75614). Ein Herr B. aus Heidelberg berichtete uns folgendes:

Sichtungsort: Heidelberg-Siedlung Hasenleiter.

Am Samstag, 28.6.1997 befindet sich der Zeuge mit insgesamt 8 Personen (4 Erwachsene und 4 Kinder im Alter von 10-13 Jahren ) im Garten bei einer Grillparty, als er plötzlich in östlicher Richtung um ca. zwischen 17.00 und 17.15 Uhr einen stark leuchtenden Lichtpunkt sieht.

Er nimmt ein Fernglas der Größe 70 x 50 zur Hand und sieht das Objekt noch stärker leuchten. Es habe 2-3 Minuten auf der Stelle gestanden und sich dann mal nach links, rechts, vorne und hinten bewegt.

Das Objekt habe sich von seinem Standort aus in einem Winkel von ca. 30-35 Grad befunden Er habe versucht, das Objekt mit der Videokamera aufzunehmen, die Batterien seien aber leer gewesen.

Plötzlich habe das Objekt innerhalb von 1-2 Sekunden seinen Standort abrupt verändert und habe in einem ca. 90 Grad-Winkel direkt über dem Haus gestanden. Hier habe es dieselben Bewegungen, wie vorher beschrieben (nach vorne, hinten, rechts und links) vollführt.

Der Himmel war klar und blau - bis auf einige wenige Schleierwolken. Das Objekt sei dann auch kurz hinter diesen Schleierwolken verschwunden, dann wieder sichtbar gewesen und dann urplötzlich verschwunden.

Das Objekt wurde als strahlender runder Lichtpunkt beschrieben. Die gesamte Sichtungsdauer hat ca 4- 5 Minunten gedauert. Zum gleichen Zeitpunkt sah der Zeuge ein MD 80 in - nach seiner Schätzung - ca. 5km Höhe aus südlicher Richtung nach Nordost fliegen. Dieses Flugzeug sei unterhalb des Objektes geflogen, es war größer als das Objekt. Größenbeschreibung des Objekts: Wenn man eine kleine Erbse zwischen 2 Finger hält".

Rückfrage beim Tower Control Center in Heidelberg.:

"Man hat nichts Außergewöhnliches bemerkt. Man benutzt ein digitales Radar, das zwar z.B. auf Unterdrückung bestimmter Signale eingestellt werden kann z.B. Boden - oder Wetterechos oder bestimmte Filter, um Targets niedriger Geschwindigkeit auszuschalten, ansonsten kriege man aber eigentlich alles rein, sogar Gleiter. Dies müsse aber nicht heißen, daß dort nichts gewesen sei. Es könne auch einfach nicht aufgefallen sein.

Der Zeuge sei schon bei ihm gewesen und habe es ihm berichtet. Er erwähnte auch, daß zum gleichen Zeitpunkt eine MD 80 in größerer Höhe geflogen sei. Da man die Radardaten nicht aufzeichne, könne es auch nicht nachgeprüft werden."

Er empfahl, Frankfurt anzusprechen, die den Südsektor betreuen:

Gesprochen mit Flugsicherung Frankfurt Südsektor 1:

"Hier ist in besagtem Tagesbericht nichts Ungewöhnliches eingetragen. Normalerweise werden ungewöhnliche Vorfälle im sogenannten Lock (Tagesbericht) festgehalten. Allerdings werden nur sogenannte Sekundärziele radarmäßig erfaßt, sogenannte Transponderziele, die z.B. die jeweilige Kennung von Flugzeugen beinhaltet. Die Primärziele werden von militärischen Radarstellungen erfaßt. Im südlichen Raum gibt es drei militärische Radarstellen in Lauda, Meßstetten und Freising."

Frage nach der Identifizierung der MD 80.

"Über Heidelberg sei zu diesem Zeitpunkt keine MD 80 geflogen und erfaßt. Außerdem wird bezweifelt, daß der Zeuge wirklich in der Lage gewesen sein kann, dieses Flugzeug zu identifizieren. Begründung: Startend von Frankfurt aus betrage der Steigflug ca. 8-9 Minuten mit 2.000 Fuß pro Minute. Schon bei 10.000 Fuß sei normalerweise schon nicht mehr zu erkennen, um welches Flugzeug es sich handele." Darauf hingewiesen, daß der Zeuge einen glaubhaften Eindruck mache, und daß es sich auch nicht um einen Start von Frankfurt aus gehandelt haben könne, sondern um einen sogenannten Überflug in genannter Richtung. Bitte hier nochmals nachzufassen. Man will mir am nächsten Tag Bescheid geben.

Nachfrage beim militärischen Radar in Lauda.. Man teilt mit, "daß keine besonderen Eintragungen zu diesem Zeitpunkt vorliegen. Frage nach Identifizierung des Flugzeuges. Da müße man crunchen und ein Replay des besagten Zeitpunktes vornehmen. Dazu fehle aber die Zeit. Wenn ich hierzu Daten haben wolle, müsse ich eine offizielle Nachfrage beim Luftwaffenamt in Köln starten."

Frankfurt ruft am nächsten Tag an und teilt mir mit, daß man das Radarband nochmals abgespielt habe. Es sei besagte Flugbewegung nicht festzustellen gewesen. Man habe allerdings einen Start von Frankfurt in südlicher Richtung zwischen 17.15 und 17.30 in Flugfläche 150 in 5000 Metern Höhe gehabt. Hierbei handele es sich um eine Linienmaschine der LH (Airbus 320 oder Boing 737) die nach Stuttgart unterwegs gewesen sei.

Anfrage beim Luftwaffenamt in Köln. Hier verspricht man, die Angelegenheit zu überprüfen und Bescheid zu geben.

Rückruf vom Luftwaffenamt: Man bestätigt, daß um 17:07 eine MD 80 im Fluglevel 3.10 (10 km Höhe) von Süden nach Norden geflogen sei. Es handelt sich um eine Maschine der Spanair (SPP), die auf dem Weg von Spanien nach Norwegen unterwegs gewesen sei. Ca. 1 Minute später sei ein kleineres Zivilflugzeug in ca. 1ä8 Kilometern Höhe auf dem Weg von Südosten nach Nordwesten registriert worden." Man verspricht mir, einen Ausdruck der Radaraufzeichnung zuzusenden.

Anhand der Kopie der Radardaten konnte dann zu diesem Zeitpunkt ein Primärziel festgestellt werden, das sich um 17:07:45 etwa in Höhe der gemeldeten Sichtung befand .

Auf meine Frage, was denn diese Primärziele sein könnten, wurde mir gesagt, "daß diese auf dem Radarschirm als "*" erscheinen, man diesen aber keine besondere Bedeutung beimesse. Dies komme sehr häufig vor, und es handele sich hierbei meistens, um Erscheinungen, die 2-3 Minuten auftauchen und dann wieder verschwinden, wie z.B. Sendemasten, Vogelschwärme, Modellflugzeuge. Primärziele seien Ziele, die grundsätzlich keine Zuordnung möglich machen. Es könnte etwas sein, das die Radarstrahlen reflektiere, aber kein Flugzeug ist, also nicht in die bekannten Erkennungsdaten einzuordnen ist.

Soweit die Fakten bis zum damaligen Zeitpunkt. Wir haben nochmals eine Anfrage an das Luftwaffenamt gestellt, mit der Bitte, die Radaraufzeichnungen in Bezug auf das sogenannte "Primärziel" dahingehend zu überprüfen, ob es sich hiebei um ein sogenanntes "stationäres Primärziel" handeln könne.

Ein "nicht stationäres Primärziel" ist nach unseren bisherigen Recherchen auszuschließen. Daß der Zeuge eine sehr gute Beobachtungsgabe hat, die absolut als seriös einzustufen ist, ist alleine daran zu erkennen, daß er in der Lage war, eine MD 80, die in 10 km Höhe flog, zu identifizieren. Dies ist damit zu erklären, daß er sich hobbymäßig mit allen möglichen Flugzeugen beschäftigt.

Da weder der Zeuge, noch sieben weitere Zeugen, andere ungewöhnliche Bewegungen in der Luft beobachtet und berichtet haben, ist davon auszugehen, daß auch kein weiteres "identifizierbares bewegliches Ziel" zu diesem Zeitpunkt auszumachen war.

Unsere Anfrage an das Luftwaffenamt bezüglich weiterer Radardaten konnten aber bis zum Redaktionsschluß noch nicht beantwortet werden, da zwischenzeitlich auf Befehl des Bundesverteidigungsministeriums alle eingehenden Anfragen nicht mehr direkt behandelt werden dürfen, sondern an diese Stelle zur weiteren Bearbeitung weitergeleitet werden müssen.

Die Anfrage läuft noch. Wir werden über diesen Fall dann - hoffentlich in unserer nächsten Ausgabe, Abschließendes berichten können.

Reinhard Nühlen